Marianne Frederiksson

Marianne Frederiksson  eine Hommage an eine große schwedische Schriftstellerin

“Sie hatte geglaubt, Worte seien dazu, die Welt zu beschreiben. Aber Worte konnte man auch zu etwas anderem gebrauchen, das begriff sie mittlerweile. Worte waren möglicherweise stark genug, sogar die Welt zu erschaffen. Wenn man nur die passenden nahm, sie sorgfältig wählte und alles ein bisschen umformte.” (Ein Auszug aus dem Buch “Eva”)

Schweden begeistert, es sich ein Land unbeschreiblicher Natur, atemberaubender Größe und einzigartiger Vielfalt. Es ist aber auch das Land der Gastfreundlichkeit, der Offenheit und letzten Endes auch die Heimat von Marianne Frederiksson. Marianna Frederiksson gehört heute zu den bekanntesten schwedischen Autoren. Mit ihrem Werk “Hannahs Töchter” gelang sie internationale Größe und wurde weltbekannt. Ihre Werke sind außergewöhnlich, voller Mystik, Herzblut und Liebe  sie sind eine Art gekonnte Kombination zwischen den verschiedensten Traditionen und den zahlreichen modernen Einflüssen, die Schweden und seine Gesellschaft bewegen, sie prägen und sie zudem machen, was sie heute ist. Marianne Frederiksson ist aber auch eine Frau, eine Schriftstellerin, die es schafft durch Worte zu bewegen, die Menschen auf eine Reise in kleine schwedische und an die Ufer der tiefblauen Seen mitzunehmen. Ihr Schreibstil, diese Kunst und die damit verbundenen Besonderheiten sind einmalig, nicht zuletzt auch von atemberaubender Größe. Doch trotz des großen Erfolges, den sie sich durch harte und zugleich auch erstklassige Arbeit verdienen konnte, ist sie bodenständig geblieben, jedoch eine einfache Frau von Welt.

Geboren im Jahr 1927 war Marianne Frederiksson das erste Kind von Hugo und Hilde. Ihre Kindheit, war einfach, alles andere als außergewöhnlich oder etwa explizit, doch Marianne Frederiksson prägte sie noch während ihrer Arbeit aus Autorin. Einen großen Teil ihrer Kindheit verbrachte sie während der Jahre des Zweiten Weltkrieges. Geprägt durch Erlebnisse und Geschehnisse versuchte sie all das in ihren ersten Werken zu verarbeiten. Aber es sind Reminiszenzen, die sie nicht loslassen wollten und die sie bewegen, sie prägen und auch in besonderer Form ihrem Leben ein Gesicht geben. Der Lebensstil ihrer Welt war durch ein starkes politisches Engagement geprägt, sie agierten als aktive Sozialdemokraten und beeinflussten auf diese Art und Weise aktiv das Meinungsbild von Marianne. Marianne Frederiksson konnte sich  noch viele Jahre danach an Worte erinnern, die einst in der Küche des Elternhauses gesprochen wurden. Sie waren geprägt von Wut, Hass, Ärger und Zorn. Doch sie waren auch voller Angst, voller Sehnsucht nach Frieden und Ruhe. Es war der Ausdruck der Stimmen, die Wahl der Stimmen, an die sie sich erinnerte. Sie war sich sicher, dass sie diese Zeit prägte, sie war der Einklang, mehr jedoch das Tor zum Erwachsenwerden. “Mein Leben wurde früh von durch eine tiefe Ernsthaftigkeit geprägt und der Suche nach den Ursachen dafür, wie es soweit hätte kommen können. Um es anders auszudrücken: der Krieg hat mich gelehrt, dass das Leben ernst zu nehmen ist.” -es sind Worte von Marianne Frederiksson, an die sich ihre Kinder, ihre Freunde und Bekannte bis heute erinnern können. Trotz der einfachen Verhältnisse, in denen sie ihre Kindheit verbrachte, ermöglichten ihr die Eltern den Besuch in einer Schule für wohlhabende Kinder in Langedrag. Ihr Leben lang verlor Marianne Frederiksson nie ihr herzliches und lebenslustiges Lachen. Doch erinnert sie sich an ihre Schulzeit zurück, lässt sie Erlebnisse Revue passieren, die alles andere als fröhlich oder gar eine Art Hoffnungsträger waren. Ihr Schulalltag war hart, geprägt durch die Lästereien der Mitschüler und eine Herausforderung, die sie prägen konnte. Im Vergleich zu anderen Kindern war Marianne Frederiksson plump, nahezu tollpatschig und alles andere als ein kleines Vorzeigepüppchen. Zudem kamen ihre hervorragende schulischen Leistungen  diese ließen sie auf der Beliebtheitsskala nicht gerade steigen, ganz im Gegenteil  Marianne Frederiksson wurde früh zum Opfer ihrer Mitschüler. Jeden Tag wurde sie von einer Bande Jungen auf dem Heimweg verprügelt. Geprägt durch Angst und Unbeholfenheit wollte Mariannes Mutter sowohl bei Eltern, als auch Lehrern vorsprechen. Hingegen war die Entscheidung des Vaters nicht mehr nur etwas außergewöhnlich  vielmehr war sie typisch für ihn und seinen Charakter. An einem Abend in der Woche ging er mit seinem Töchterchen in den Keller des Hauses. In nur wenigen Stunden lernte er Marianne den linken und auch den rechten Haken. Marianne Frederiksson vergaß die Worte ihres Vaters nie: “Du kannst alles was du nur willst. Gib nie klein bei!” Marianne Frederiksson nahm sich diese Worte im wahrsten Sinne des Wortes zu Herzen. Auf dem nächsten Heimweg teilte sie, ein kleines tollpatschiges Mädchen, aus. All ihre Lebenskraft schöpfte Marianne Frederiksson in ihrem Vater. Er war für sie ein Vorbild, eine Hoffnung und letzten Endes auch der Mensch, der ihr zu dieser Größe verhelfen konnte. Ihre Mutter symbolisierte für sie einen wichtigen Rückzugspunkt. Sie war zärtlich, voller Liebe und gleichzeitig auch eine wichtige Person für ihr Leben als Schriftstellerin. All die Märchen, die Sagen und Legenden lernte sie von ihrer Mutter kennen und lieben. Sie lernte sie zu verstehen, in die Magie und in die Mystik einzutauchen und diese in vollsten Zügen zu genießen.

Der Beruf der Journalistin ergab sich für Marianna Frederiksson zufällig. Von einer Art Vorbestimmung oder gar göttlichen Fügung kann hier kaum die Rede sein. Sie überzeugte während ihrer Schulzeit in Schwedisch und die damalige Lehrerin von Marianna Frederiksson verfügte über sehr gute Kontakte zur Göteborger Zeitung Ny tid. Nach ihrer Schulzeit bekam sie eine Chance von ungemeiner Größe. Sie durfte bei Ny tid ein Praktikum durchführen. Ihre tägliche Arbeit beschränkte sich jedoch voll und ganz auf die Korrekturlesungen. Ihre ersten Schritte als Journalistin waren zufällig, eine weitere Möglichkeit, die keiner Art und Weise geplant oder gar koordiniert war. Spontan entschied sich die Redaktion die junge Frau zu den Opernsängern Brita Herzberg und Einar Beyron zu schicken. Der Grund klingt recht banal, doch für Marianne war es der Weg in den Journalismus. Zum fraglichen Zeitpunkt standen keinerlei freie Journalisten zur Verfügung und so war Marianna Frederiksson die einzige Möglichkeit für die Redaktion.

Bereits im Alter von 20 Jahren heiratete sie ihre große Liebe, ihren Mann Sven. Bereits zu ihrer Hochzeit war er als Seefahrer tätig. Um möglichst viel Zeit mit ihrem Mann verbringen zu können, entschloss sich Marianne Frederiksson für den Beruf der Schiffssekretärin. Im Monat verdiente sie in diesen Wochen gerade einmal 2 Kronen und 50 Öre. Nachdem sie schwanger wurde, kehrte sie auf das schwedische Festland zurück und brachte im Jahr 1950 ihre erste Tochter zur Welt. Nur vier Jahre nach der Geburt von Ann erblickte die kleine Turid das Licht dieser Welt. Marianne Frederiksson ließ sich jedoch auch nach der Geburt ihrer beiden Töchter die Arbeit als Journalistin nicht nehmen. Ganz im Gegenteil  sie liebte sie und sie ging in ihr auf. Zum damaligen Zeitpunkt benötigt sie ihr komplettes Gehalt für die Bezahlung der Kindermädchen, doch es stand nie zur Debatte, ihre Arbeit aufzugeben. Es war die Unabhängigkeit und die Freiheit, die sie lieben lernte und die für sie Grund genug ein unaufhörlichen Arbeitsmoral war. Die besseren Karrieremöglichkeiten, die Ziel ihres unaufhörlichen Bestrebens waren, führten sie schließlich in die Landeshauptstadt Stockholm. Bereits nach kurzer Zeit arbeite sie als Chefredakteurin bei den verschiedensten Magazinen, die über Wohnen, Erziehung und Kulinarisches berichteten. Nur kurze Zeit danach ging sie zur schwedischen Zeitung Svenska Dagbladet. Dort besetzte sie ebenfalls den Stuhl der Chefredakteurin. Verantwortungsvoll und voller Ehrgeiz widmete sie sich den Bereichen  menschlichen Beziehungen, Psychologie und Lebensfragen. Sie wollte für andere diese Welt begreifbar machen und dieser Wunsch prägte nicht mehr nur ihre Arbeit als Journalistin, sondern auch als Schriftstellerin. Nachdem sich ihre beiden Töchter für das Verlassen des Elternhauses entschieden, kam Marianne Frederiksson das Leben leer vor und so widmete sie sich dem Suchen einer ganz neuen Lebensaufgabe. Sie fand sie mit dem Schreiben von Büchern. Die eigenen Romane sollten diese große Lücke in ihrem Leben füllen und ihr den Weg aus der eigenen Lebenskrise zeigten. Doch auch hier ließ sie die Einfachheit nie aus den Augen: “Aus meiner Kindheit ist mir das Verlangen erhalten geblieben, die Welt begreifbar zu machen. Und außerdem möchte ich so schreiben, dass gewöhnliche Menschen mich verstehen.” Während ihrer Zeit als Schriftstellerin begleiteten sie all die Helden der Romantik. Mit jedem Buch wuchs ihre Erfahrung und ihr Talent, ihre Begeisterung für das Schreiben und ein hohes Maß an Engagement. Mit jedem Tag mehr begriff sie, dass das Schreiben eine Kunst ganz besonderer Art ist. Sie wusste genau, dass sie es nicht erzwingen konnte und sie selbst beschrieb diese Kunst als das Fließen. In den zahlreichen Jahren entstanden Werke sie Hannas Töchter und Simon, Bücher, denen es gelang, die Welt zu erobern und Menschen zu begeistern. Ihre Bücher und ihre Ideen konnten sich dank dem Talent von Marianne Frederiksson zu wundervollen und zugleich auch großartigen Werken entwickeln. Durch jeden ihrer Romanhelden lässt sie Erinnerungen Revue passieren, sie zeigt ihren Lesern ihre Heimat und die atemberaubende Liebe zu einem Land. Ihr erstes Werk, der Roman Eva, ist eine wichtige Reminiszenz an ihrer eigenen Lebenskrisen:
“So ist es nun einmal mit den Worten, dachte sie, sie bereichern das Leben. Vor den Worten gab es nur Gewächse, nun gibt es Farben, Arten, Unterschiede, Eigenschaften, das Wissen, wie man sie bestimmte, einordnete und anwendete.” (Ein Auszug aus dem Werk Eva)

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