Die Ostsee: Auf zu skandinavischen und baltischen Ufern

Seit Jahren präsentiert sich mit der Ostsee ein außergewöhnlich beliebtes Ziel, das sowohl bei Deutschen als auch bei Skandinavien sehr populär ist. Schon früh wurde vor allem die Ostseeküste Skandinaviens als Urlaubsziel entdeckt. Mittlerweile werden auch die baltischen Staaten immer beliebter. Hindernisse für Reisen ins Baltikum gibt es kaum mehr. Die Ostsee fasziniert vor allem mit ihren idyllischen Stränden, die beispielsweise in Dänemark kilometerlang von feinstem Sand gekennzeichnet werden. Doch abseits der bekannten Wege handelt es sich bei ihr noch immer um ein recht junges Binnenmeer, das entgegen vieler Vermutungen mit erheblichen Umweltproblemen und den damit verbundenen Folgen kämpft.

Die Ostsee wird geboren

Bei der Ostsee handelt es sich um das kleinste Meer, das es auf unserem Planeten gibt. Es erstreckt sich über eine beeindruckende Gesamtfläche von 415.000 km². Mit Blick auf die Erdgeschichte handelt es sich bei ihr um ein wirklich junges Meer, das erst vor rund 12.000 Jahren aus der Taufe gehoben wurde. Die Ostsee entstand als die mächtigen Eispanzer, die beeindruckende Stärken von bis zu 3000 Meter erreichten, abschmolzen. Vor rund 15.000 Jahren verschwand Skandinavien unter einem mächtigen Eispanzer, der als Inlandeis in die eiszeitliche Geschichte einging. Neben Skandinavien nahm das Inlandeis beispielsweise auch die heutige Ostsee, sowie erhebliche Teile von der polnischen und norddeutschen Ebene ein. Auch das Baltikum verschwand recht schnell unter den mächtigen Eismassen. Vor rund 12.000 Jahren setzte schließlich die Warmphase ein. Mit ihr wurden gigantische Wassermassen freigesetzt, durch die sowohl in den Tälern als auch in den Niederungen der baltische Eisstausee aus der Taufe gehoben wurde.

Im skandinavischen Raum entstand durch das Abschmelzen des Eises schließlich auch eine erhebliche Druckentlastung, die sich auf die Erdkruste bezog. Dadurch setzte die Landhebung ein. Im Abstand von 100 Jahren wurde dadurch die Skandinavische Platte um jeweils etwa drei Meter angehoben.

Bis heute ist das Phänomen der Landhebung in Skandinavien verfolgbar. Es zeigt sich unter anderem am Finnischen Meerbusen und ist vor allem an der Westküste zu sehen. Ehemalige Sandstrände befinden sich hier mittlerweile gut 300 Meter über dem Meeresspiegel.

Landhebung hat sich verlangsamt

Zwar hat sich die Landhebung in den letzten Jahren merklich verlangsamt. Allerdings konnte sie bis heute nicht vollständig abgeschlossen werden. Noch immer ist im Abstand von 100 Jahren ein Anheben der Skandinavischen Platte zu erkennen. Zum Teil legt sie dadurch rund einen Meter an Höhe zu. Der Bottnische Meerbusen ist mittlerweile jene Region, in der die Landhebung am deutlichsten zu bemerken ist.

Eine geschundene Region

Nicht nur entlang der deutschen, sondern auch entlang der skandinavischen Küste wird mittlerweile deutlich, dass die Ostsee vor allem eins ist: eine geschundene Region. Einige erklärten zuletzt zudem, dass sich das kleine Binnenmeer auf dem Weg dazu befinde, dass die Ostsee ein totes Meer wird. In der Tat hat es die Ostsee nicht leicht. Seit dem Zweiten Weltkrieg liegen auf dem Grund des Meeres noch immer tonnenweise giftige Sprengstoffe. Doch tiefe Spuren haben in dem doch eigentlich so beeindruckenden Lebensraum ihre Spuren hinterlassen. Neben Industrieprojekten handelte es sich dabei vor allem um die Öresundbrücke, die nun geplante Fehmarnbeltquerung und den Kiesabbau. Auch die zahlreichen Offshore-Windanlagen und die Gaspipeline stellen die Ostsee auf die Kippe.

Bei all den Projekten schien eines in Vergessenheit geraten zu sein. Die Ostsee ist ein Brackwassermeer und wird als solches von höchster Sensibilität gekennzeichnet. So finden hier weder Pflanzen noch Tiere perfekte Lebensbedingungen. Ein Grund dafür ist der wechselhafte Nährstoffkreislauf. Mittlerweile herrscht ein Überangebot an Nährstoffen, was vor allem der Industrialisierung der Landwirtschaft sowie der beachtlichen Mengen an Düngemitteln geschuldet ist.

Über Ronny Fischer

Ich arbeite seit Februar 2008 als Texterin und Redakteurin. Neben meiner Arbeit im Auftrag zahlreicher Unternehmen betreibe ich unter dem Dach der Textagentur More than Words can say mehrere Webseiten mit den Schwerpunkten Ostseeraum und Nordeuropa. In den vergangenen Jahren war ich sowohl für Unternehmen in Deutschland als auch in Österreich und der Schweiz tätig. Ich verfasse neben kurze Beiträge zu aktuellen internationalen Themen auch umfangreiche, mehrseitige Reportagen.
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