Babycall lässt Grenzen zwischen Realem und Surrealem verschwinden

babycall DVD - Cover

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Babycall, ein Film von Pål Sletaune, kommt am 14. Februar 2013 auf DVD. Mit ihm ist es Skandinavien gelungen, erneut einen Thriller zu produzieren, der beklemmend, fesselnd und spannend ist. Geschickt lassen die Macher die Grenzen zwischen Realem und Surrealem verschwinden. Babycall ist nichts für schwache Nerven. Bis zum Schluss scheint die Geschichte verwogen, häufig aber auch kaum nachvollziehbar zu sein. Noch am Ende animiert Babycall zum Nachdenken und sorgt über den Film hinaus dafür, die Geschichte im Kopf Revue passieren zu lassen.

Die Geschichte von Babycall

Fundament dieser gnadenlosen Spannung ist die Geschichte, die durch Babycall erzählt wird. Noomi Rapace spielt die junge Mutter Anna, die in ständiger Angst um ihren acht Jahre alten Sohn Anders ist. Nach Jahren mit ihrem gewalttätigen Ehemann zieht Anna in eine Vorstadt Oslos und hofft dort auf sicheren Abstand. Dabei steht sie unter der permanenten Kontrolle von zwei Sozialarbeitern. Aus nie enden wollender Angst um ihren Sohn kauft Anna ein Babyfon, mit dem sie ihn auch nachts überwachen kann. Doch Anna hört aus diesem doch scheinbar unschuldigen Gerät nicht nur ihren Sohn, sondern auch Stimmen aus anderen Wohnungen des anonymen Wohnblocks. Dabei scheint Anna einem Mord an einem kleinen Junge auf die Schliche zu kommen. Zunehmend fühlt sich Anna verfolgt und kann sich kaum mehr auf soziale Kontakte einlassen. Eine Ausnahme scheint der Elektronikverkäufer Helge zu sein. Erst am Ende des Films stellt sich eine überraschende Wendung ein.

Fesselnd und beklemmend

BC_05Babycall versteht sich darin, seine Zuschauer in die Irre zu treiben und sie für die Geschichte zu fesseln. Dabei sind es nicht zuletzt auch die fürchterlichen Schreie aus dem Babyfon, die dem Film jene Brisanz vermitteln, die er in sozialer Hinsicht hat. Noch nach dem Abspannen geben die irren Entwicklungen, die der Geschichte Spannung vermitteln, Rätsel auf. Von der ersten bis zur letzten Minute ist in diesem Film nichts klar. Nach Aussagen von Regisseur Pål Sletaune ist Babycall ein emotionaler Thriller. Er widmet sich Ängsten auf der einen Seite und Grenzen der Wahrnehmung auf der anderen. Sletaune versucht den Zuschauer zu fordern, lässt damit aber die Grenzen von David-Lynch-Land hinter sich.

Quellhinweis Bilder: © VOLL:KONTAKT

Über Ronny Fischer

Ich arbeite seit Februar 2008 als Texterin und Redakteurin. Neben meiner Arbeit im Auftrag zahlreicher Unternehmen betreibe ich unter dem Dach der Textagentur More than Words can say mehrere Webseiten mit den Schwerpunkten Ostseeraum und Nordeuropa. In den vergangenen Jahren war ich sowohl für Unternehmen in Deutschland als auch in Österreich und der Schweiz tätig. Ich verfasse neben kurze Beiträge zu aktuellen internationalen Themen auch umfangreiche, mehrseitige Reportagen.
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