Headhunters ist mehr als ein Thriller

Grenzenlos spannend, fesselnd und vielschichtig in zahlreicher Hinsicht mögen drei Eckpunkte sein, die den norwegischen Thriller „Headhunters“ am besten beschreiben können. Ohne Zweifel hat dieser Film alles, was für gute skandinavische Filmkunst steht. Er geht auf gesellschaftliche Themen ein, ist nicht selten aber auch dreist. Doch wenn es „Headhunters“ an einem nicht mangelt, dann ist es Spannung. Vom ersten bis zum letzten Moment fesselt der Thriller seinen Zuschauer. Er nimmt erstaunliche Wendungen ein und ist einmal mehr ein Beweis dafür, dass die vermeintlich „Kleinen“ doch zu Außergewöhnlichem und Großem in der Lage sind. Der Wirtschaftsthriller wandelt sich in rasanter Geschwindigkeit zu einer atemlosen Hetzjagd und hält seinen Zuschauer mit doch schnellen Szenenwechseln auf Trab.

Roger Brown

Gespielt von Aksel Hennie greift die Hauptfigur Roger Brown eine gesellschaftliche Einstellung auf, die auch weit über die Grenzen von Skandinavien hinaus ihren Boden gefunden hat. Trotz einer Größe von gerade einmal 1,68 Metern und der Statur eines Leichtgewichts zweifel Roger Brown nie an seiner Strahlkraft, seinem Können und seiner Durchsetzungsfähigkeit. Mit seiner Frau Diana, die Künstlerin und Galeriebesitzerin gleichermaßen ist, bildet er in erster Linie ein ungleiches Paar. Um Kredite zu bedienen, wird Roger Brown zum erfolgreichen Kunstdieb und sieht sich kurz vor dem großen Wurf. Doch plötzlich wird derjenige, der einzigartig wertvolle Kunstwerke jagt, schlichtweg selbst zum Gejagten.

Chefzyniker im Bestformat

Roger Brown ist aber auch ein Chefzyniker und versteht sich in dieser Rolle doch hervorragend. Er beherrscht es als Headhunter auch hochkarätige Bewerber, die bei multinational operierenden Konzernen anheuern wollen, abblitzen zu lassen. Brown ist kunstverliebt, doch er hat auch eine wesentliche Schwäche. Sein Dasein selbst ist ungezügelt luxurierend. Dies treibt ihn immer wieder vor neue Herausforderungen und Probleme. Doch rasch wird derjenige, der beeindruckende Kunstwerke jagt, selbst zum Gejagten und sieht sich einer doch außergewöhnlichen, nervenaufreibenden und kräftezehrenden Hetzjagd ausgesetzt. Roger Brown widmet sich und realisiert das kapitalistische Prinzip auf eine Art, die sicherlich weit mehr als nur einmal zu finden ist.

Über Ronny Fischer

Ich arbeite seit Februar 2008 als Texterin und Redakteurin. Neben meiner Arbeit im Auftrag zahlreicher Unternehmen betreibe ich unter dem Dach der Textagentur More than Words can say mehrere Webseiten mit den Schwerpunkten Ostseeraum und Nordeuropa. In den vergangenen Jahren war ich sowohl für Unternehmen in Deutschland als auch in Österreich und der Schweiz tätig. Ich verfasse neben kurze Beiträge zu aktuellen internationalen Themen auch umfangreiche, mehrseitige Reportagen.
Dieser Beitrag wurde unter Norwegen, Skandinavien abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *