Die wildesten Wälder Europas

Ganz Europa war einst von dichten Urwäldern überzogen. Die Bäume standen so dicht, dass ein Eichhörnchen Europa hätte durchstreifen können, ohne den Boden zu berühren. Uralte, bemooste Buchen, ein federnder Humusboden und dichtes Blattwerk, das das Innere des Waldes in Dunkelheit hüllte, bestimmten das Gesicht des europäischen Kontinents.

Die Wälder Skandinaviens

Die Urwälder, die heute nur noch fragmentarisch in der von Menschen geschaffenen Kultur- und Industrielandschaft existieren, offenbaren ihren Besuchern noch immer Schönheit und Vielfalt. Unberührte, urwüchsige Waldgebiete, durch die Bären und Wölfe streifen, in denen Bäume noch an Altersschwäche sterben und sich die Eulen, Füchse und Schlangen jeden Tag auf die Jagd begeben, gibt es zwar auch heute noch in Europa, aber man muss lange suchen, bis man sie findet. Skandinavien war und ist für seine einzigartige Natur bekannt. Schweden gehört zum Beispiel zu den wenigen Ländern, die heute immer noch eine beeindruckende Waldfläche vorweisen können. Etwa die Hälfte des gesamten Landes ist von unterschiedlichsten Gehölzen bedeckt. Vor allem die Land- und Forstwirtschaft profitiert natürlich von diesem Umstand. Schwedens Wälder sind außerdem eine Attraktion für Urlauber, die Natur und Abgeschiedenheit suchen und schließlich bieten die Wälder ein natürliches Habitat für unzählige Tierarten wie Elche und Bären.
Von einem Urwald kann vielerorts aber nicht mehr die Rede sein und überhaupt hat sich der Wald in den letzten Jahrhunderten signifikant verändert. Wo früher noch Mischwälder standen, wird heute intensive Nadelholzwirtschaft betrieben. Unter den europäischen Holzproduzenten ist Schweden einer der Vorreiter und die Nachfrage der Papierindustrie ist ziemlich hoch. Knapp 50 Prozent des in Deutschland benutzten Papiers wird übrigens aus skandinavischem Holz gefertigt.

Die Wälder Zyperns

Auch anderenorts lassen sich noch prächtige Wälder mit artenreicher Flora und Fauna vorfinden. Wer im Urlaub Zypern besucht, findet dort noch immer die Überbleibsel der einst mächtigen Wälder vor, die in der Antike fast das gesamt Eiland bedeckten. Heute sind nur noch etwa 17 Prozent der Gesamtfläche bewaldet. Der Eingriff des Menschen, die unüberschaubare Anzahl der Ziegen auf der Insel und häufige Waldbrände haben den Rückgang der Waldflächen vorangetrieben. Heutzutage bemüht man sich, den Waldbestand wieder zu erhöhen. Eine natürliche Wiederbelebung oder Neubepflanzung wird dabei als probates Mittel angesehen. Der ständige Mangel an Wasser erschwert ein Überleben der neu gepflanzten Bäume und Pflanzen allerdings zusätzlich. In den letzten Jahren wurden aus diesem Grund auch einige robuste Arten eingeführt, die bis dato auf Zypern völlig unbekannt waren. Die Flora Zyperns ist übrigens eine der reichsten im ganzen Mittelmeerraum. Sie umfasst etwa 152 Pflanzenfamilien, 668 Gattungen und ca. 1820 Arten.

Über Ronny Fischer

Ich arbeite seit Februar 2008 als Texterin und Redakteurin. Neben meiner Arbeit im Auftrag zahlreicher Unternehmen betreibe ich unter dem Dach der Textagentur More than Words can say mehrere Webseiten mit den Schwerpunkten Ostseeraum und Nordeuropa. In den vergangenen Jahren war ich sowohl für Unternehmen in Deutschland als auch in Österreich und der Schweiz tätig. Ich verfasse neben kurze Beiträge zu aktuellen internationalen Themen auch umfangreiche, mehrseitige Reportagen.
Dieser Beitrag wurde unter Schweden, Skandinavien abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *