Reydarfjördur in Island

Island begeistert an den Ostfjorden mit einer atemberaubenden Landschaft, die durch beeindruckende Züge und ursprüngliche Natur geprägt wird. Entlang der Ostfjorde finden sich immer wieder Ortschaften, die charmant und einladend zugleich sind. Viele haben in den vergangenen Jahren an Bedeutung verloren, haben sich aber ihr ganz eigenes Gesicht bewahren können. Zu eben diesen zählt auch Reydarfjördur in Island. Während der gesamten ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts handelte es sich bei Reydarfjördur um den Haupthandelsplatz der Bauern, die im Bezirk Fljótsdalshérad lebten. Im Zweiten Weltkrieg fungierte der Ort als Stützpunkt der Alliierten. Zeitweise waren auf dem Stützpunkt bis zu 3000 Soldaten zu finden.

Besonderheiten von Reydarfjördur in Island

Heute präsentiert sich Reydarfjördur in Island seinen Gästen als verschlafener Ort, wie er so oft in Skandinavien zu finden ist. Anlässlich des 50-jährigen Kriegsendes wurde 1995 in Reydarfjördur ein Kriegsmuseum eingerichtet. Das Museum versucht nicht den Zweiten Weltkrieg historisch aufzuarbeiten, sondern zeigt vielmehr das Leben der Soldaten in Reydarfjördur. Zugleich zeigt es, wie sich die Einheimischen mit den Soldaten arrangierten. In der Nähe von Reydarfjördur befindet sich Fáskrúdsfjördur. Der Ortseingang wird durch die französische Fahne geprägt. Auch die Straßennamen des Ortes sind sowohl in Isländisch als auch in Französisch zu finden.

Zu Gast in Fáskrúdsfjördur in Island

Die zweisprachigen Straßennamen sollen an die rund 5000 französischen Fischer erinnern, die von Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1914 Jahr für Jahr nach Fáskrúdsfjördur gekommen sind um zu fischen. Einst handelte es sich bei Fáskrúdsfjördur um die größte Niederlassung von französischen Fischern an den Ostfjorden in Island. Die Fischer unterhielten in dem Ort ein Konsulat und ließen sowohl eine Kirche als auch ein Krankenhaus errichten. Am Rande von Fáskrúdsfjördur trifft man auf einen kleinen Friedhof. Auf diesen wurden 49 französische und belgische Seeleute begraben. Sehenswert ist die Ausstellung Fransmenn á Islandi. Sie hat zahlreiche Erinnerungsstücke zusammengetragen, die aus dieser Ära stammen. Im Museum des Ortes kann ein Stadtplan erworben werden, auf dem die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu finden sind.

Über Ronny Fischer

Ich arbeite seit Februar 2008 als Texterin und Redakteurin. Neben meiner Arbeit im Auftrag zahlreicher Unternehmen betreibe ich unter dem Dach der Textagentur More than Words can say mehrere Webseiten mit den Schwerpunkten Ostseeraum und Nordeuropa. In den vergangenen Jahren war ich sowohl für Unternehmen in Deutschland als auch in Österreich und der Schweiz tätig. Ich verfasse neben kurze Beiträge zu aktuellen internationalen Themen auch umfangreiche, mehrseitige Reportagen.
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