Aasiaat auf Grönland

Grönland beheimatet nur wenige große Städte. Doch gerade diese haben sich in den vergangenen Jahren der Moderne verschrieben und präsentieren sich ihren Besuchern in einem zeitgemäßen Glanz. Zu den großen Städten gehört auch Aasiaat auf Grönland. Heute leben in Aasiaat rund 3100 Menschen. Somit ist sie die fünftgrößte Stadt des Landes. Zur Kommune Aasiaat gehören die kleinen Siedlungen Akunaaq und Kitsissuarsuit. In den Siedlungen leben jeweils rund 120 Menschen. Der Name der Kommune kann in der deutschen Sprache mit Spinnenstelle gleichgesetzt werden. Noch heute zeigt das Wappen von Aasiaat eine Spinne, die auf einem blau-weißen Untergrund platziert wurde. Dabei soll das Weiß das eisige Wasser der Baffin-Bucht symbolisieren. Aasiaat liegt in unmittelbarer Nähe der Grenze der Gewässer Baffin-Bucht und Davis-Straße.

Die Geschichte von Aasiaat

Durch archäologische Funde konnte belegt werden, dass die ersten Siedlungen in der Region bereits in der Zeit um 2500 vor Christus zu finden waren. Die Menschen, die heute in Aasiaat leben, haben ihre Wurzeln in der Thule-Kultur, die um 1000 in der Region zu finden war. Einst folgten die Menschen den Tieren, die je nach Jahreszeit in unterschiedliche Regionen zogen. So konzentrierten sie sich im Sommer auf den Nodre Stromfjord, der ideal zum Heilbutt-Fang geeignet war. Die Inuit betrieben zur Zeit der europäischen Walfänger in der Region einen regen Tauschhandel. Erst die dänischen Kolonialherren wurden diesem Handel einen Riegel vorschieben. Durch den Kaufmann Niels Egede wurde im Jahr 1759 eine Handelskolonie mit dem Namen Egedesminde gegründet. Noch heute handelt es sich bei Egedesminde um den dänischen Namen von Aasiaat.

Ein Streifzug durch Aasiaat

In den vergangenen Jahrzehnten entwickelte sich Aasiaat auf Grönland zur wichtigen Schulstadt. 1987 wurde in der Stadt eine fisch- und krabbenverarbeitende Fabrik gegründet. Heute handelt es sich bei ihr um den Hauptarbeitgeber der Kommune. Aasiaat beheimatet die größte Werft der Diskobucht auf Grönland. Auch wenn die Jagd und der Fischfang heute keine Rolle mehr für die Einheimischen spielen, ist Aasiaat in vielen Bereichen den eigenen Traditionen treugeblieben. 1998 wurde in Aasiaat ein Flughafen eröffnet. Durch ihn wurde die Stadt zum Transitknotenpunkt des Nordens. Heute findet sich in der Stadt eine kleine Werkstatt, in der Besucher die traditionellen Schnitzereien kennenlernen können.

Über Ronny Fischer

Ich arbeite seit Februar 2008 als Texterin und Redakteurin. Neben meiner Arbeit im Auftrag zahlreicher Unternehmen betreibe ich unter dem Dach der Textagentur More than Words can say mehrere Webseiten mit den Schwerpunkten Ostseeraum und Nordeuropa. In den vergangenen Jahren war ich sowohl für Unternehmen in Deutschland als auch in Österreich und der Schweiz tätig. Ich verfasse neben kurze Beiträge zu aktuellen internationalen Themen auch umfangreiche, mehrseitige Reportagen.
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