Eine Weihnachtstradition außergewöhnlicher Form

Dass die Schweden ein lustiges und manchmal auch etwas eigenartiges Völkchen sind, wissen Fans des Landes oft besser als die Einheimischen selbst. Auch zum beliebten und eben auch hochgeschätzten Weihnachtsfest haben sie so Überraschungen auf Lager, der vor allem auf internationaler Ebene bekannt sind. So kommt es jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit zu einer Brandstiftung besonderer Form.

Begründet wurde diese Tradition in Gävle. Im Jahr 1966 wurde hier erstmals von einem anonymen Brandstifter eine Strohfigur ansteckt. Obwohl die schwedische Polizei in den folgenden Tagen intensiv nach der Person suchte, konnte niemand verhindern, dass sich aus diesem kleinen Streich eine Tradition entwickelte, die noch heute nicht mehr nur ausgelebt, sondern auch genossen wird. In den letzten Jahr blieb der große Bock aus Stroh nur zehnmal unberührt. Nahezu jedes Jahr findet sich ein neuer traditionell lebender Schwede, der sich der Aufgabe annimmt, den Bock in Flammen aufgehen zu lassen. Auch wenn der Ärger einst groß war, hat man in Gävle heute gelernt damit umzugehen und unterhält man sich einmal mit den Einheimischen, wird man schnell merken, dass sie diese Tradition lieben und eben auch schätzen gelernt haben.

Schon lange ist der Ärger von 1966 verflogen und wenn man ganz ehrlich ist, erinnert sich kaum mehr ein Schwede an den einstigen Trubel. Erstmals in diesem Jahr verzichtete man deswegen auch auf das Flammenschutzmittel. Ob der bock aus Stroh dieses Weihnachtsfest ohne hitzige Flammen überleben wird, ist fraglich, kann jedoch auch nicht ausgeschlossen werden. Man darf sich einmal mehr von den lustigen Schweden in seinen Bann ziehen lassen und auch an Überraschungen wird es in Gävle kaum fehlen.

Über Ronny Fischer

Ich arbeite seit Februar 2008 als Texterin und Redakteurin. Neben meiner Arbeit im Auftrag zahlreicher Unternehmen betreibe ich unter dem Dach der Textagentur More than Words can say mehrere Webseiten mit den Schwerpunkten Ostseeraum und Nordeuropa. In den vergangenen Jahren war ich sowohl für Unternehmen in Deutschland als auch in Österreich und der Schweiz tätig. Ich verfasse neben kurze Beiträge zu aktuellen internationalen Themen auch umfangreiche, mehrseitige Reportagen.
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